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Die Sage vom Moospfaff

Es ist klar und einleuchtend, dass ein Waldgebiet in der Größe der Moos – es sind immerhin einige Tausend Morgen Wald – auch seine Sagengestalt hat. In unserem Falle ist es der Moospfaff. Dieser Waldgeist ist ein Erdgebundener, der wegen einer begangenen Übeltat im Grabe keine Ruhe finden kann und eben geistern muss.

Vom Moospfaff will man bei uns wissen, dass er Mönch im Kloster Gengenbach war, sich zur Abtswahl stellte, aber das hohe Amt nicht zugesprochen bekam. Aus Verärgerung und Enttäuschung suchte er in der Kinzig den Freitod. Im Renchtal erzählte man, der Moospfaff sei ein Mönch des Klosters Allerheiligen gewesen. Er habe bei einem Versehgang die heilige Hostie verloren und müsse sie nun suchen. Der Moospfaff wird folgendermaßen beschrieben: Man sehe eine lange, hagere Gestalt mit bleichem Gesicht. Angetan sei sie mit einem langen Mantel. Auf dem Kopf trage sie einen großen Schlapphut. In der einen Hand halte sie eine Laterne, während sie mit der anderen einen Pudel durch die Gegend führe. Der Moospfaff ist kein bösartiger Geist. Er hat seinen Spaß daran, die Leute in die Irre zu führen oder zu erschrecken. Wer ihm schon in die Hände fiel, will sein hämisches, verspottendes „Hi-hi-hi“-Gelächter schon vernommen haben.

Quelle: Auszug aus „Das Nordrachtal – Heimatkunde bearbeitet von Sepp Schülj“, 2. Auflage, überarbeitet von Hans-Georg Kluckert, 1983, herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Nordrach

Moospfaff