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Zeller Fasend

In Zell wird die Fasend nach alter Tradition und in einer Vielfalt gefeiert, wie sie im schwäbisch-alemannischen  Raum nur noch sehr selten zu finden ist. Der Ort ist vom Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch fest in der  Hand der Narren. Hier kann man hautnah miterleben, wie die ganze Stadt "Kopf steht" und sich alle an den vielen traditionellen Veranstaltungen in und um Zell beteiligen. Die Fasend in Zell kann auf eine sehr lange Tradition zurück blicken. Bereits im 17. Jahrhundert wird sie in historischen Dokumenten erwähnt.

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Die Zeller Fasend wird gestaltet vom Narrenrat, den vielen Fasendgemeinschaften und den Narroträgern. Der  Narrenrat bildet die Vorstandschaft der Zunft, während die Fasendgemeinschaften, in der Vorfasendszeit mit  ihren Gemeinschafts- und Kappenabenden auf die Fasend einstimmen. Die Fasendgemeinschaften gestalten außerdem jährlich mit großem Ideenreichtum und Aufwand farbenprächtige und einzigartige Umzüge. Die vier  Narros beziehungsweise Hästräger gelten im schwäbischalemannischen Raum als einmalig: die Bändele-,  Schneckenhüsli-, Spielkarten- und Welschkornnarro.
Die Bändele können dabei auf die längeste Tradition  zurückblicken, aber auch die anderen Narros sind fester Bestandteil der Zeller Fasend.
Wie toll sind denn bitte  die Schneckenhäuschen der Schneckenhüslinarros? Ich liebe Schneckenhäuser und trag die gerne in mein  Geheimversteck… vielleicht klau ich mir bei denen die ein oder andere.

In Zell geht die Haupt-Fasend am  Schmutzigen Donnerstag endlich richtig los. An diesem Tag ziehen der Narrenrat und die Narrensamen (also die Kinder der Zunft) durch das Zeller Städtle und verkünden mit viel Krach und lautem Rufen: „Jetz isch es sowit, d’Fasend isch do!“.

Die Narrenrufe über die ganze Zeller Fasend sind:

„Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz,
un wenn die Katz nit hoorig wär,
donn dät si keine Misli fonge.“
„Fedrig, fedrig, fedrig isch die Henn,
un wenn di Henn nit fedrig wär,
donn dät si keine Eier lege.“
„Borschtig, borschtig, borschtig isch die Sau,
un wenn die Sau nit borschtig wär, donn wär si au kei Sau.“

Klein Schneckenhaus
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Am Abend des Schmutzigen Donnerstag und „Schmalzigen“ Freitag findet der Zunftabend der Narrenzunft  statt. Hier bietet der Narrenrat ein abwechslungsreiches und lustiges Programm, das komplett vom Narrenrat  selbst geschrieben und dargeboten wird.

Auf das Schnurren, was einer der schönsten Bräuche zur Fasendzeit  ist, wird auch in Zell großen Wert gelegt. Das Preisschnurren findet immer am Fasendsamstag in fünf Lokalen statt.
Der Fasendsonntag ist in Zell der höchste närrische Feiertag. Alle traditionellen Narrofiguren werden an  diesem Tag aus ihrem einjährigen tiefen Schlummer erweckt, um am großen Umzug teilzunehmen. Nach einer  offiziellen Erweckung der Narros aus dem Narrengrab, zieht der bunte Umzug mit vielen hundert Hästrägern durch die ganze Stadt. Der Umzug findet am Fasendsonntag und am Fasenddienstag statt. Jedes Jahr  auf´s neue bleibt es spannend zu sehen, wie die Fasendgemeinschaften das Motto der diesjährigen Fasend  umsetzen.
Im Anschluss an den großen Umzug am Fasendsdienstag findet dann der traditionelle Kinderball statt, bei dem die Kindergruppen der Fasendgemeinschaften ein buntes Programm gestalten und die  Kinder ganz für sich Fasend feiern dürfen.
Am Fasendmontag findet ein weiteres Highlight der Zeller  Fasend statt, nämlich der Preismaskenball. Hier präsentieren sich die Teilnehmer in kreativen und  ideenreichen Einzel-, Paar- oder Gruppenkostümen den Zuschauern und werben dabei um deren Gunst. Am  Ende des Abends gibt es eine Prämierung.
Am Fasenddienstag zu später Stunde ist dann alles schon wieder  vorbei. Die Narren begleiten die Narros wieder zu ihrem Grab am Storchenturm und in einer traditionsreichen  Zeremonie werden die Narros wieder zu Grabe getragen.

Damit ist die Fasend beendet und alles geht wieder seinen gewohnten Lauf. Ein Besuch einer der vielen Veranstaltungen der Zeller Fasend lobt sich auf jeden Fall. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwo!

Hoorig isch die Katz

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